Bericht zur Debatte: "Frei vernetzt oder gut kontrolliert?"


Bericht zur Debatte: "Frei vernetzt oder gut kontrolliert?"

Matthias Kaiserswerth

Am 13. Mai veranstaltete die Hasler Stiftung zusammen mit dem StrategieDialog21 und dem Schweizer Monat eine gut besuchte Podiumsdiskussion, um die Auswirkungen der Digitalisierung auf unser Leben zu diskutieren. Anlass dazu war ein Dossier im aktuellen Schweizer Monat, das sich ebenfalls diesem Thema widmete.

An der Podiumsdiskussion, die von der Journalistin Olivia Kühni geleitet wurde, nahmen drei wichtige Schweizer Experten zu diesem Thema teil:  der ETH Professor Dirk Helbing, der sich in seiner Forschung mit der Herausforderung einer zunehmend automatisierten, von Algorithmen kontrollierten Welt an unsere Freiheit und Demokratie beschäftigt und so Ende vergangenen Jahres dazu mit anderen Wissenschaftlern ein digitales Manifest veröffentlichte, der Startup Unternehmer Hannes Gassert, der sich sehr dafür einsetzt, dass Daten als Wirtschaftsgut gesehen werden und wo immer möglich, vor allem im Bereich der öffentlichen Verwaltung, im Sinn von „open data“ der Öffentlichkeit und damit auch Unternehmern für eine Zweitnutzung, zur Verfügung gestellt werden, und schliesslich die Juristin Ursula Widmer, die sich in der Schweiz in den 90er-Jahren als eine der ersten Anwälte mit dem Thema Internet und den damit aufkommenden neuen rechtlichen Fragen auseinandergesetzt hat und nun natürlich auch zu den neuen Möglichkeiten von Big Data, dem potentiellen Verlust von Privatsphäre und Entscheidungsfreiheit, rechtlich Stellung nehmen sollte.

Neben dem offensichtlichen Dilemma, das schon im Titel der Diskussionsveranstaltung Ausdruck fand, wurden in der Diskussion auch die Chancen der Digitalisierung für unser Land deutlich. Wir stecken mitten in einem historischen Umbruch, wie es Generationen vor uns mit der industriellen Revolution erleben durften. Die Schweiz hat hier enorme Möglichkeiten diese Transformation mitzugestalten und sie für sich, zum Wohl der Bürger und der Wirtschaft zu nutzen. Das braucht Rahmenbedingungen und eine positive Aufbruchsstimmung, die in einer neuen Gründerzeit mündet. Der Konsens kann lauten: ja wir können neue Dinge anpacken und wollen es auch tun. Dazu braucht es eine Diskussion die unsere gesamte Gesellschaft mit einbindet und eine Strategie, die nicht nur den Anspruch vertritt mit dabei zu sein, sondern hier – basierend auf unseren Werten wie Eigeninitiative, Freiheit, direkte Demokratie – eine Führungsrolle in Anspruch nehmen zu wollen.

Daneben wurden Themen wie Recht und Ethik in der Anwendung von künstlicher Intelligenz diskutiert, ein Bereich, der zunehmend wichtiger wird, wenn wir in Zukunft Entscheidungen an Maschinen delegieren, aber selbst immer weniger nachvollziehen können, wie diese Entscheidungen in der Maschine eigentlich zustande kommen. 

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung dieser Diskussion im Herbst, es bleiben noch viele Fragen, die nach „Antworten im Dialog“ suchen.