Charakterchöpf - Die Vielfältigkeit der Schweiz (März 2019)


Charakterchöpf - Die Vielfältigkeit der Schweiz (März 2019)

Naëmi Rickenmann

Die Schweiz ist voller Geschichten, Ideen und Inspirationen: Voller Charakterchöpf. Ein Charakterchopf ist jeder auf seine eigene Art und Weise. Es sind Leute wie Sie und ich. Jeder bringt seine Geschichte und seine Ideen mit, die inspirieren und berühren können. Was bewegt unsere Gesellschaft? Was wünschen wir uns? Worin sind wir besonders gut und was können wir noch besser machen? Charakterchöpf lassen uns an ihren Gedanken teilhaben und geben wertvolle Impulse. 

Im März 2019 teilen uns drei Charakterchöpf offen und ehrlich ihre Gedanken zum Thema «Was wünschen Sie sich für den Wahlkampf? Und welche Lösungen sollen im Fokus stehen?» mit.

Die Beiträge sind von den Autoren selbst geschrieben, damit ihre Meinung unverfälscht und authentisch präsentiert wird.

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«Als Geschäftsführerin des gewichtigsten Schweizer Stiftungsverbandes erlebe ich zunehmend, wie europäische Entwicklungen auch in unserem Land Realitäten schaffen. Finanzmarktregulierungen, die schon lange nicht mehr nur Finanzinstitute, sondern alle kapitalhaltenden Rechtsformen betreffen, werden nicht im Inland, sondern von internationalen Akteuren wie der OECD gesteuert. Jüngstes Beispiel ist die geplante Abschaffung der bisherigen Ausnahmen für gemeinnützige Stiftungen im internationalen Informationsaustausch. Es ist zu befürchten, dass in der Schweiz weit über 1000 international tätige Stiftungen ohne sachliche Begründung meldepflichtig werden wie kleine Banken. Um diesen Entwicklungen konstruktiv begegnen zu können, braucht es einen offensiven aber auch offenen Gesprächs- und Verhandlungsrahmen wie ihn das Abkommen mit der EU bietet. Die Schweiz darf keinesfalls von der Seitenlinie aus zusehen, sondern muss auf dem Spielfeld bleiben. Ein Dialog auf Augenhöhe zwischen verschiedenen Akteuren ist aber auch im Inland wegweisend für die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. Hier wünsche ich mir Politikerinnen und Politiker, die ein besseres Verständnis für die Bedeutung des gemeinnützigen Schweizer Stiftungswirkens mitbringen. Weltweit führend – in der Schweiz gibt es gemessen an der Einwohnerzahl sechsmal so viele gemeinnützige Stiftungen wie in den USA oder in Deutschland – sind Stiftungen in unserem Land entscheidende Brückenbauer, Enabler und Risikokapitalgeber für gesellschaftlichen Wandel. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das so bleibt und wirtschaftliche, staatliche und gemeinnützige Stärken zukünftig klüger gebündelt werden.»

Beate Eckhardt, Geschäftsführerin SwissFoundations

 

 

 

«Das Jahr 2019 verlangt dem Wahlvolk viel ab, in fünf Kantonen - einschliesslich Zürich - stehen neben den Nationalratswahlen im Oktober auch kantonale Wahlen an. Doch es geht auch um viel. Der Schweiz steht ein Strukturwandel bevor: Die auf begrenztem Raum wachsende Bevölkerung erfordert verdichtende raumplanerische Massnahmen, in der Altersvorsorge ist ein Konsens nötig und auch die Gesundheitskosten müssen in den Griff bekommen werden. Als Binnenland benötigen wir zudem gute Wirtschaftsbeziehungen zu Europa, zur Welt. Um Lösungen zu finden, muss die Politik unvoreingenommen auf diese Angelegenheiten reagieren können - alte Zöpfe müssen abgeschnitten und neu gedacht werden. Unser Land soll visionär weiterentwickelt werden, ohne ständige Beeinflussung von Partikularinteressen. Die Verlockung ist gross, aber die Politik ist ein Dienst am Volk, nicht an sich selbst. Mit Herzblut will auch ich mich für die Zukunft und Mitgestaltung unseres Lebensraums einsetzen. Für den Wahlkampf wünsche ich mir mehr gegenseitigen Respekt vor persönlichen Überzeugungen Andersdenkender und mehr überparteiliche Kooperationen für tragfähige Lösungen. Nur so lassen sich Schritte erreichen, die uns weiterbringen.»

Raphael Perroulaz, Präsident Jungfreisinnige Winterthur, FDP-Kantonsratskandidat Kanton Zürich

 

 

 

«Ich wünsche mir einen langen und heissen Sommer. So heiss und trocken etwa wie die letzten beiden Jahre, gerne auch mit dem einen oder anderen heftigen Gewitter oder Starkregen gespickt. Denn genau solche Wetterkapriolen wird es brauchen, damit das so eminent wichtige Thema Klimapolitik weiter köchelt und die Menschen auch im Herbst noch bewegt. Momentan rollt die Klimawelle übers Land, das Weltklima steht weit oben auf der politischen Agenda, nicht zuletzt dank dem furchtlosen Auftritt der jungen schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg am WEF in Davos und der Klimastreikbewegung der Schülerinnen und Studenten. Sogar die FDP, respektive ihre Präsidentin Petra Gössi will nun auf einen grünen Kurs einschwenken. Nur: Das Interesse an der Klimapolitik würde wohl schnell abkühlen, wenn der Sommer ungemütlich und regnerisch wird. (Auch wenn das Wetter im Sommer natürlich mit dem Klima nichts zu tun hat, sondern eben nur ein Wetterphänomen ist!!). Ein heisser Sommer hingegen verspricht einen ebensolchen Wahlkampf – mit dem Thema Klimapolitik im Fokus. Und ein heisser Sommer könnte so auch die nationalen Wahlen im Oktober mitentscheiden.»

Nik Walter, Ressortleiter Wissen Tages-Anzeiger & SonntagsZeitung

 

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